NNE: Nationales Naturerbe

Seit Januar 2012 ist die Deutsche Wildtier Stiftung Eigentümerin von insgesamt rund 1.200 Hektar naturschutzfachlich besonders wertvollen Flächen des sogenannten „Nationalen Naturerbes“ (NNE). An acht Standorten in Mecklenburg-Vorpommern trägt die Deutsche Wildtier Stiftung damit die Verantwortung für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieser Gebiete im Sinne des Arten- und Naturschutzes. Einige dieser Gebiete sind auch für den Schreiadler von besonderer Bedeutung: Neben der NNE-Fläche „Eichhorst“ ist dies vor allem im Kronwald, dem „Woldeforst“, prioritäres Schutzanliegen. Dort verknüpft die Deutsche Wildtier Stiftung ihre Schutzbemühungen zum Schreiadler mit dem Engagement der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die eine nahegelegene Fläche übernommen hat.

 

Die NNE-Gebiete der Deutschen Wildtier Stiftung sind zwischen 26 und 400 Hektar groß und liegen alle in der näheren Umgebung des stiftungseigenen Gutsbetriebs „Wildtierland Gut Klepelshagen“. Während auf Gut Klepelshagen das Zusammenspiel von Schutz und Nutzung im Mittelpunkt steht, sollen sich auf den Naturerbeflächen Tier- und Pflanzenwelt unbeeinflusst entwickeln können. Insbesondere auf den Waldflächen, die mit 76 % bei den übertragenen Flächen dominieren, wird ein konsequenter Prozessschutz von Beginn an umgesetzt. Mittelfristig können sich diese Wälder damit wieder zu potentiellen Brutwäldern des Schreiadlers entwickeln. Durch den bereits begonnen Zukauf von Flächen und durch Tausch sollen die NNE-Flächen arrondiert und vergrößert werden.

 

Bislang befinden sich auf den NNE Flächen nur noch vereinzelt Reviere des stark bedrohten Schreiadlers. Mit der geplanten Überführung der Lebensräume in einen natürlichen Zustand verbessern sich die Überlebenschancen für die störungsempfindliche Art hingegen deutlich: Unzerschnittene Räume, ein hoher Laubwaldanteil und große Strukturvielfalt in den Wäldern sind für den Schreiadler essentiell. Von besonderem Wert sind aber auch die im Rahmen des Nationalen Naturerbes an die Deutsche Wildtier Stiftung übertragenen Offenlandflächen. Zwar machen diese mit 24 % einen vergleichsweise kleinen Anteil der Gesamtfläche aus, sie sind jedoch von hoher ökologischer Relevanz für eine Vielzahl von Arten. Deshalb soll durch eine extensive Nutzung sichergestellt werden, dass diese Flächen besonders auch als Nahrungshabitat für den Schreiadler erhalten bleiben.