Lebensraum & Restvorkommen des Schreiadlers

Lebensraum

Weltweit brüten etwa 20.000 Schreiadlerpaare vor allem im Baltikum, in Polen, Weißrussland und auf dem Balkan. In Deutschland hat der Schreiadler heute seine westliche Verbreitungsgrenze: Knapp 110 Paare brüten in Mecklenburg-Vorpommern und im Norden Brandenburgs. In Sachsen-Anhalt ist er seit 2012 ausgestorben. Damit zählt der Schreiadler bei uns zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Die verbleibenden Horste werden geheim gehalten. Ein Schreiadler-Tourismus muss auf jeden Fall vermieden werden. Es besteht die Gefahr  den sensiblen Vogel zu stören und damit den Nachwuchs zu gefährden. Wie sein Zweitname „Pommernadler“ und seine lateinische Artbezeichnung Clanga pomarina widerspiegelt, war er früher ein häufiger Vogel im Nord-Osten Deutschlands. Anfang des 20 Jahrhunderts kam er unter anderem noch in Niedersachsen und Bayern vor.

 

Schreiadler leben in abwechslungsreichen Landschaften, die durch viele Grenzlinien zwischen Wald und Feld sowie durch zahlreiche Landschaftselemente wie Feldhecken oder Kleingewässer geprägt sind. Das Verhältnis von Wald zu Offenland beträgt im Optimalhabitat 1:1, wobei sich der Waldanteil in viele Einzelflächen aufteilt. Meistens horstet der Schreiadler in Wäldern, in denen hohe Holzvorräte, dichter Unterwuchs und eine große Anzahl verschiedener Baum- und Straucharten zu finden sind. Oft handelt es sich um grundwassernahe Waldbereiche wie z.B. Erlenbrüche oder um Wälder, deren forstliche Nutzung in der Vergangenheit vernachlässigt wurde. Seine Beutetiere, neben Mäusen und weiteren Kleinsäugern sind dies vor allem Reptilien und Amphibien, findet er überwiegend auf feuchten Wiesen, Weiden oder Moorflächen in einem Radius von bis zu drei Kilometer um den Horst. Da der Schreiadler weniger aus der Luft, sondern vor allem zu Fuß jagt, sind besonders Grünland und Brachflächen ein geeignetes Jagdrevier.

 

In Mittel- und Osteuropa leben Schreiadler im trockenen Hügel- und Bergland, das mit Laubwald und Wiesen durchsetzt ist. In Rumänien wurden Schreiadler in Höhen von 300 bis 1.600 Metern, in Bulgarien in 1.400 Metern gesichtet. In südlichen Ländern wie Griechenland lebt der Schreiadler hingegen ausschließlich in Kiefernwäldern.

 

Schreiadler-Vorkommen in Deutschland

Sehen Sie auf unserer Verbreitungskarte, wo die letzten Schreiadler-Brutpaare in Deutschland vorkommen:

 

Verbreitungskarte: Das Vorkommen des Schreiadlers in Deutschland

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