Buchenwald im Gegenlicht

Deutsche Wildtier Stiftung trauert um Dr. Peter Wernicke

Die Deutsche Wildtier Stiftung trauert um Dr. Peter Wernicke, den Leiter des Naturparks Feldberger Seenlandschaft und langjährigen Projektpartner der Stiftung im Schreiadlerschutz. Peter Wernicke wurde am 8. September nach mehrtägiger Suche tot in einem See nahe seinem Wohnort aufgefunden. Die Polizei geht von einem tragischen Unglücksfall aus.

Peter Wernicke war weit über die Grenzen „seines“ Naturparks hinaus ein leidenschaftlicher Kämpfer für den Natur- und Artenschutz. Er war ein großartiger Ornithologe und Wildtierfotograf, der niemals den Blick fürs Ganze verlor. Seit 2007 hat die Deutsche Wildtier Stiftung mit ihm beim Schutz des Schreiadlers zusammengearbeitet. Er hat die Stiftung maßgeblich bei der Auswahl der Untersuchungsgebiete im E+E-Hauptvorhaben zum Schutz von Schreiadler-Lebensräumen beraten und viele Kontakte zu den Landbewirtschaftern eröffnet. Seine herausragenden Fotos haben die Kommunikation der Deutschen Wildtier Stiftung rund um den Schreiadler geprägt: 2009 hat die Stiftung seinen Fotoband „Schreiadler. Vogel ohne Lebensraum“ mit Vorwort und Logo begleiten dürfen und die 2015 eröffnete Fotoausstellung zum Schreiadler basiert wesentlich auf den Aufnahmen von Peter Wernicke. 2013 war er es, der einen Prozess initiierte, an dessen Ende knapp 50 ha naturschutzfachlich wertvoller Flächen in Schreiadler-Lebensräumen langfristig gesichert werden konnten.

Der frühe Tod von Dr. Peter Wernicke wird der Deutschen Wildtier Stiftung Verpflichtung und Ansporn sein, ihr Engagement zum Schreiadler in seinem Sinne fortzusetzen.

GPS-Telemetrie, Greifvögel, Senderdaten

Schreiadler kurz vor Europa

Die direkte Distanz zwischen Windhoek in Namibia und dem nord-östlichen Zipfel des Mittelmeeres beträgt knapp 7.000 Kilometer. Diese Strecke haben die telemetrierten Schreiadler in den vergangenen 40 Tagen auf ihrem Rückflug in ihre Brutgebiete nach Europa mindestens zurückgelegt. Das Schreiadler-Weibchen Arlie, das von der Ornithologischen Gesellschaft von Rumänien telemetriert wurde, war bereits am 25.03. im Süden der Türkei und wird mittlerweile vermutlich den Bospoprus überquert haben und nun im europäischen Luftraum sein. Arlie hat damit auch die Bereiche erfolgreich hinter sich gebracht, in der Greifvögel wie der Schreiadler noch immer durch illegale Jagd verfolgt werden.

Verfolgen Sie hier den Rückzug von Schreiadlern,  die mit einem Sender ausgestattet wurden und deren Ortungsdaten ständig aktualisiert werden.

Auch „Arlie“ ist auf dem Rückflug

 

Die Schreiadlerdame Arlie hat bereits am Morgen des 11. Februar zwischen 08.00 und 10.00 Uhr ihr Winterquartier in Namibia verlassen und befindet sich nun auf dem Frühjahrszug. Nach Auskunft der Ornithologischen Gesellschaft von Rumänien ist sie in diesem Jahr drei Tage später als in den vergangenen Jahren gestartet. Bis zum 14. Februar hatte sie bereits üver 500 km in nordöstliche Richtung zurückgelegt. In den kommenden Wochen wird Arlie 12.500 km über Land fliegen und segeln und dabei drei Kontinente und 17 Länder passieren. 2016 erreichte sie am 2.April ihr Brutgebiet in Rumänien.

 

Verfolgen Sie hier den Rückflug Arlies in ihr Brutgebiet in Siebenbürgen.

Milvus Group

Arlie wurde 2013 von einem Team rumänischer Spezialisten gefangen und mit einem 45 Gramm schweren Telemetriesender ausgestattet. Zwischen 2013 und 2016 brütete Arlie etwa 50 km östlich von Herrmannstadt in Siebenbürgen. Durch forstliche Eingriffe musste Arlie im vergangenen Jahr ihr Nest wechseln.

 

Den englischen Originalartikel im Romania insider finden Sie hier.

 

Schreiadler-Ausstellung im Wälderhaus Hamburg

Cover AusstellungDas Wälderhaus Hamburg zeigt in der Zeit vom 23.11.16 – 17.01.2017 die Fotoausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung über den bedrohten Schreiadler. Die Ausstellung wird mit einer Vernissage am 22.11. eröffnet.

 

 

Ausstellungsort

Wälderhaus Hamburg

Am Inselpark 19

21109 Hamburg

veranstaltungen@waelderhaus.de

Tel. 040 302156-603

Ausstellungszeitraum

23.November 2016 bis 17. Januar 2017

Schreiadler-Ausstellung auf Naturschutztag

 

Die Foto-Wanderausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung zum Schreiadler wird am kommenden Samstag, dem 12.11.2016, auf dem 7. Ernst-Boll-Naturschutztag in der Hochschule Neubrandenburg ausgestellt. Das diesjährige Thema des Naturschutztages lautet „Zwischen Holzertrag und Wildnis: der Wald im 21. Jahrhundert“.

 

Der Wald hat vielfältige Funktionen – neben der Holzproduktion dient er dem Wasser-, Boden-, Klima- und Lärmschutz, der Luftreinhaltung und der Erholung. Er ist aber auch ein wichtiger, artenreicher Lebensraum – zum Beispiel für den seltenen Schreiadler, für den die Wälder um Neubrandenburg zu den letzten geeigneten Lebensräumen in ganz Deutschland zählen. Von ausgedehnten und wildwüchsigen Wäldern, gar von echten Urwäldern haben wir kaum noch eine Vorstellung. Dieses Spannungsfeld zu beleuchten und insbesondere die Alternativen aus Naturschutzsicht aufzuzeigen, ist das Ziel dieser Veranstaltung.

 

Veranstaltungsort:

Hochschule Neubrandenburg
Hörsaal 1 / Haus 1 (Hauptgebäude)
Brodaer Straße 2
17033 Neubrandenburg
Samstag, 12. November 2016 , 10:00 – 16:00 Uhr
7. Ernst-Boll-Naturschutztag

Abflug nach Afrika, dem Sommer hinterher

 

In den Brutgebieten des Schreiadlers in Nordost- und Mitteleuropa herrscht in diesen Tagen ungewöhnlich warmes Sommerwetter. Trotzdem hat vor wenigen Tagen der Herbstzug der Schreiadler begonnen. Denn der Winter kann auf der Nordhalbkugel schnell hereinbrechen und bis dahin müssen alle Schreiadler das südliche Afrika erreicht haben. Also gilt es, keine Zeit zu verlieren. Da die Jungvögel mittlerweile selbstständig sind hält die Altvögel nichts mehr an ihren Brutplätzen und sie beginnen den Zug Richtung Afrika, dem Sommer auf die Südhalbkugel hinterher. Die Jungvögel werden wenig später selbstständig hinterher ziehen.

 

Die Zugrouten von telemetrierten Schreiadlern können in den nächsten Wochen detailliert verfolgt werden. Sie alle wurden europaweit bei verschiedenen Projekten mit einem Sender ausgestattet und ihre Ortungsdaten werden auf verschiedenen Internetseiten zum Teil ständig aktualisiert. Die Initiatoren dieser Seiten sind die Weltarbeitsgruppe Greifvögel e.V. (Deutschland) und birdmap (Lettland & Estland). Von den telemetrierten Schreiadlern hat Haage auf der Seite von birdmap den Zug bereits begonnen: Während er am 07.09.2016 noch in Estland geortet wurde, hält er sich am 15.09.2016 bereits knapp 600 km südlicher in Weißrussland auf.

 

birdmap WWGBP

Auf der Interetseite der lettischen Firma Ornitela kann außerdem die Zugroute eines Schrei-Schelladler-Hybriden verfolgt werden, der in den letzten Jahren auch über die Meerenge von Gibraltar ach Afrika gezogen ist. Im August diesen Jahres zog der Hybrid über Mitteldeutschland und es scheint, dass er auch in diesem Jahr wieder über Gibraltar nach Afrika ziehen wird.

 

Die ziehenden Schreiadler sind auf ihrer 10.000 Kilometer langen Reise in den kommenden Wochen zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Eine häufige Todesursache ist leider noch immer die illegale Jagd in den Ländern des Nahen Ostens oder auch in der Türkei, in der leider auch im Frühjahr 2016 ein  besendertes Adlermännchen aus Mecklenburg-Vorpommern durch Abschuß verloren ging. Die Deutsche Wildtier Stiftung unterstützt daher internationale Bemühungen zum Schutz von ziehenden Arten.

 

Eine neue Gefahr scheint sich gerade vor allem in Israel zu entwickeln. Dort, wo die gesamte Weltpopulation der Schreiadler auf schmaler Front an der Küste des Mittelmeeres Richtung Suez zieht, entstehen zur Zeit riesige Windparks. Das Kollisionsrisiko für den Schreiadler und viele andere Zugvögel steigt von Jahr zu Jahr.

 

Während des Frühjahrs 2016 wurden auch noch auf zwei weiteren Internetseiten die Zugrouten telemetrierter Schreiadler veröffentlicht. Den Beitrag zum Frühjahrszug der Schreiadler 2016 finden Sie hier. 

Schreiadler-Ausstellung im Tierpark Ueckermünde

Die Foto-Wanderausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung zum Schreiadler ist umgezogen: Vom 20. Juni bis zum 05. September ist die Ausstellung täglich zwischen 10.00 und 18.00 Uhr im Tierpark Ueckermünde zu sehen. Hier am Stettiner Haff und ganz in der Nähe zu einigen der letzten Schreiadler-Brutplätze schildert die Ausstellung mit 29 professionellen Schreiadler-Fotografien das Jahr des bedrohten Greifvogels. Die Besucher begegnen ihm bei seiner Rückkehr in die Brutgebiete im April, verfolgen die Jungenaufzucht und das Phänomen des Kainismus und begleiten ihn zurück auf seinem gefahrvollen Zug ins Winterquartier im südlichen Afrika. Die Ausstellung schildert jedoch auch die Gefährdungs-Ursachen und Strategien zum Schutz der letzten bei uns brütenden Schreiadler.

 

Die Fotoausstellung wurde im Rahmen des E+E-Projektes zur „Sicherung und Optimierung von Lebensräumen des Schreiadlers in Mecklenburg-Vorpommern“ erarbeitet. Das Projekt wird u.a. vom Bundesamt für Naturschutz und durch das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert.

 

Ausstellungsort:
Tierpark Ueckermünde
Chausseestraße 76
17373 Ueckermünde
Tel.: 0049 (39771) 5494 0

Schreiadler-Ausstellung im Naturpark Nossentiner/ Schwinzer Heide

Die Foto-Wanderausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung zum Schreiadler macht Station im Naturpark Nossentiner/ Schwinzer Heide. Vom 02. Mai bis zum 18. Juni ist die Ausstellung täglich zwischen 10.00 und 17.00 Uhr im Karower Meiler, dem Kultur- und Informationszentrum des Naturparks, zu sehen.

 

Weite Wälder, stille Seen sowie zahlreiche historische Kirchen, Klöster und Gutshäuser sind das besondere Kennzeichen des Naturparks Nossentiner/ Schwinzer Heide. Im Gebiet gibt es 60 Seen, von denen der Krakower Obersee der größte ist. Er gilt als Paradies für Wasservögel. Über 300 km Rad- und Wanderwege sowie 160 km Reitwege bieten jederman vielfältige Urlaubserlebnisse, zu denen bis Mitte Juni auch die Fotoausstellung zum Schreiadler gehören kann. Die Ausstellung schildert mit 29 professionellen Schreiadler-Fotografien das Jahr des bedrohten Greifvogels. Die Besucher begegnen ihm bei seiner Rückkehr in die Brutgebiete im April, verfolgen die Jungenaufzucht und das Phänomen des Kainismus und begleiten ihn zurück auf seinem gefahrvollen Zug ins Winterquartier im südlichen Afrika. Die Ausstellung schildert jedoch auch die Gefährdungs-Ursachen und Strategien zum Schutz der letzten bei uns brütenden Schreiadler.

 

Die Fotoausstellung wurde im Rahmen des E+E-Projektes zur „Sicherung und Optimierung von Lebensräumen des Schreiadlers in Mecklenburg-Vorpommern“ erarbeitet. Das Projekt wird u.a. vom Bundesamt für Naturschutz und durch das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert.

Bühne frei für Adler-TV

In diesem Jahr sind die Schreiadler deutlich früher in ihre Brutgebiete zurückgekehrt als in den vergangenen Jahren. Bereits Mitte März wurden die ersten Exemplare zum Beispiel in der Feldberger Seenlandschaft beobachtet und auch die meisten telemetrierten Schreiadler sind bereits in Europa. Beste Voraussetzungen also, um den Vorhang für die diesjährige Saison von Adler-TV, dem live-Blick in den Schreiadlerhorst per webcam, zu lichten.

Adler-TV Greifvogel Schreiadler

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Neue Technik für schnelles Internet

Für die Brutsaison 2016 hat Ugis Bergmanis, der lettische Schreiadlerexperte und Kooperationspartner der Deutschen Wildtier Stiftung, sogar zwei Bühnen für Adler-TV hergerichtet. Die beiden webcams sind Teil eines Projektes der Joint Stock Company “Latvijas valsts meži”, der Staatlichen Forstverwaltung in Lettland und sind mit einer deutlich besseren Technik ausgestattet als in den vergangenen Jahren. Einziger Nachteil: Um den Stream störungsfrei beobachten zu können wird zukünftig eine höhere Anforderung an die Internetverbindung gestellt. Doch wenn die Technik mitspielt können die Voraussetzungen für eine spannende Brutsaison mit faszinierenden Naturerlebnissen per Mausklick kaum besser sein: Bühne 1 von Adler-TV wurde von einem Schreiadler-Weibchen am Vormittag des 10.April zum ersten mal besucht und auf Bühne 2 sind bereits beide Altvögel am Morgen des 09. April gelandet. Seitdem werden sie regelmäßig in Horstnähe beobachtet und bereiten das Nest für die Brut vor.

 

Best of Adler-TV 2011 bis 2014

Seit dem Frühjahr 2011 hat die Deutsche Wildtier Stiftung das webcam-Projekt zum Schreiadler in Lettland unterstützt, bei dem das Brutgeschehen an zwei dortigen Schreiadlerhorsten in Echtzeit ins Internet übertragen wird. Das eigentliche Ziel des Projektes ist, Umfang und Art der Beutetiere, mit denen die Altvögel ihre Küken füttern, zu untersuchen. Im Frühjahr vor der Ankunft der Schreiadler installiert dafür der lettische Schreiadler-Experte und Kooperationspartner der Deutschen Wildtier Stiftung Dr. Uģis Bergmanis an zwei bekannten Horsten je eine versteckte Kamera.

 

Ein Best of Adler-TV aus den Jahren 2011 bis 2014 finden Sie hier.

 

 

 

 

Schreiadler ist „Viech des Monats“

Der kleinste Adler Deutschlands ist vom Aussterben bedroht. Es gibt nur noch knapp hundert Schreiadler-Paare, ein Drittel davon ist im Brandenburg zu Hause. Was bedroht den Schreiadler, wie lebt er – und warum heißt er überhaupt Schreiadler? Der Vogelexperte Derk Ehlert gibt im kulturradio des rbb Auskunft.

 

Den Radiobeitrag über den Schreiadler auf der rbb Mediathek gelangen Sie hier.