Mutter Schreiadler hat jetzt auch „Homeoffice“

In luftiger Höhe, zwischen Blätterrauschen und Vogelkonzert – wer träumt in diesen Tagen nicht von einem solchen Plätzchen für sein „Homeoffice“. Für die Schreiadler ist dieser Tagtraum in den kommenden Wochen Realität. Denn auch Mutter Schreiadler hat jetzt „Homeoffice“ und kann dabei per livestream der Deutschen Wildtier Stiftung permanent beobachtet werden. Denn seit dem 1. Mai sitzt sie auf ihren zwei Eiern und wird dies noch hoffentlich bis in den Juni hinein tun, bis endlich die beiden Küken aus dem Ei schlüpfen.

In Deutschland gibt es noch circa 130 Schreiadler-Brutpaare. Die Deutsche Wildtier Stiftung schützt den kleinsten Adler Deutschlands und engagiert sich unter anderem mit dem Ankauf von Naturschutzflächen für den seltenen Greifvogel. Um die Welt des seltenen Schreiadlers greifbar zu machen, überträgt die Deutsche Wildtier Stiftung den Online-Stream eines Projekts der Staatlichen Forstverwaltung in Lettland auf ihre Webseite www.DeutscheWildtierStiftung.de. Im Projekt wird die Nahrungszusammensetzung für Schreiadler-Küken untersucht. Geht alles gut im Adlerhorst, wird eines der seltenen Adlerküken flügge, während eines nicht überlebt. Aber das ist eine andere Geschichte – die des Kainismus.

 

 

 

Saisonstart für Adler-TV 2020

Plötzlich ging alles ganz schnell: Am 1. Mai lag plötzlich das 1. Ei im Schreiadlernest und damit vor der Kameralinse von Adler-TV. Die Streaming-Saison 2020 ist damit offiziell eröffnet. Mit etwas Glück können Beobachter in den kommenden Wochen und Monaten auf Adler-TV den Schlupf der Schreiadler-Küken im frühen Juni, die Fütterung des Jungvogels durch die Altvögel und schließlich die ersten Flugversuche des Nestlings im August verfolgen. Nun heißt es Daumendrücken, damit bald das zweite Ei gelegt wird und beide erfolgreich zum Ausschlupf kommen.

Beobachten Sie hier die Brut der Schreiadler in Echtzeit.

Die in Lettland installierte webcam von Adler-TV ist Teil eines Projektes der Staatlichen Forstverwaltung in Lettland. Die versteckte Kamera in gut zehn Metern Höhe dokumentiert wie aus einem seltenen Greifvogel-Küken ein stolzer Adler wird. Doch es geht nicht nur um schöne Bilder, sondern um handfeste Forschung: Adler-TV ist Teil eines Projektes der Staatlichen Forstverwaltung in Lettland, bei dem die Nahrungszusammensetzung für Schreiadler-Küken untersucht wird.

Seit dem Frühjahr 2011 unterstützt die Deutsche Wildtier Stiftung das Schreiadlerprojekt in Lettland, bei dem das Brutgeschehen an zwei dortigen Schreiadlerhorsten live ins Internet übertragen wird. Im Frühjahr vor der Ankunft der Schreiadler installiert dafür der lettische Schreiadler-Experte und Kooperationspartner der Deutschen Wildtier Stiftung Dr. Uģis Bergmanis an zwei bekannten Horsten je eine versteckte Kamera. Auf den lettischen Projektseiten berichtet Ugis Bergmanis regelmäßig vom Fortschritt der Brutsaison bei Adler-TV – allerdings ausschließlich auf lettisch.

Ein Best of Adler-TV aus den vergangenen Jahren finden Sie hier.

Telemetrierte Schreiadler ziehen dem Sommer hinterher

Etwa eine Woche später als in den vergangenen Jahren hat der Herbstzug der Schreiadler in ihre Winterquartiere im südlichen Afrika eingesetzt. Die Schreiadlerdamen Karin und Mait haben als erste von fünf in Estland besenderten Schreiadlern die 10.000 km lange Reise angetreten.

Karin und Mait brüten beide seit Jahren in einem entlegenen Waldgebiet nördlich von Tartu, der zweit-größten Stadt in Estland. Karin wurde dort 2011 während der Brut zusammen mit dem Männchen Kaarel telemetriert und beide liefern seither spannende Daten über das Leben eines Schreiadlerpaares. Mait wurde in der gleichen Region im Jahr 2014 telemetriert.

Verfolgen Sie hier den Zug der telemetrierten Schreiadler in Echtzeit.

Die ziehenden Schreiadler sind auf ihrer 10.000 Kilometer langen Reise in den kommenden Wochen zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Eine häufige Todesursache ist leider noch immer die illegale Jagd in den Ländern des Nahen Ostens oder auch in der Türkei. Für junge Schreiadler ist aber auch der Anschluss an erfahrene Altvögel in den kommenden Wochen überlebenswichtig. Das zeigen die neuesten Auswertungen der Telemetriedaten. Zogen Jungadler aus Deutschland allein los, wählten sie häufig die Richtung Süden und verendeten oft zwischen Italien und Afrika im Mittelmeer. Mit erfahrenen Altvögeln ziehende Jungadler flogen dagegen auf dem richtigen Zugweg nach Südosten und erreichten so den Bosporus.

Aktuelle Forschungsergebnisse zum Zug der Schreiadler finden Sie hier.

Mission Schreiadler in Brandenburg – ein Film des rbb

In Brandenburg hat sich in diesem Sommer ein Filmteam des rbb auf die Spur der Schreiadler begeben. Es begleitete die Menschen, die sich für die letzten etwa 20 Brutpaare in diesem Bundesland engagieren. Mit dabei waren altbekannte Gesichter: Torsten Langgemach, Arno Hinz, Ingo Börner und Bernd-Ulrich Meyburg waren bereits im Jungvogelmanagemetprojekt der Deutschen Wildtier Stiftung die wichtigen Akteure vor Ort. Damals wurden unter anderem über 50 Schreiadlerküken aus Lettland nach Deutschland translokiert und schließlich in Brandenburg in die Freiheit entlassen.

Seit Jahrzehnten ringen Vogelschützer und Wissenschaftler in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern darum, das Aussterben des Schreiadlers zu verhindern. Doch die Schreiadler, die in diesen Tagen Mitte September den Winterzug nach Südafrika antreten, finden kaum noch geeignete Brutreviere. Dies sind ruhige, dichte Wälder die umgeben sind von viel Grünland für die Jagd nach Mäusen und Amphibien.

Der Film von Maren Schibilsky wurde am 26.09.2018 im rbb erstausgestrahlt und wird ein Jahr lang in der Mediathek zur Verfügung stehen. Er spannt einen Bogen von der Entnahme zweitgeborener Küken aus Schreiadlerhorsten in Polen über ihre Aufzucht auf dem Falkenhof Ravensberg bei Potsdam bis zur Auswilderung der Zweitgeborenen in Brandenburger Wäldern.

Hier geht es zum Film „Mission Schreiadler“.

 

Zugvögel unterwegs nach Europa

Sie sind aufgebrochen und unterwegs gen Norden: Die Schreiadler und vor ihnen viele andere Zugvögel haben in den vergangenen Tagen und Wochen ihre Winterquartiere im südlichen Afrika verlassen und sind auf der Heimreise nach Europa. Ob Magnus, Jaan, Karin oder Mait: Die Zugroute von vier Schreiadlern kann in den nächsten Wochen detailliert verfolgt werden. Sie alle wurden von Ornithologen in Estland mit einem Sender ausgestattet und ihre Ortungsdaten werden auf der Internetseite birdmap ständig aktualisiert.

birdmap

Bis die Schreiadler ihre Brutgebiete in Europa erreicht haben, sind sie mindestens 65 Tage unterwegs. Das ist auch für einen Vielflieger unter den Zugvögeln kein Spaziergang! Unterwegs legen sie daher regelmäßig längere Flugpausen ein um sich mit Nahrung zu stärken. Ihre bevorzugte Beute sind kleinere Vögel wie beispielsweise die Blutschnabelweber. Sie sind zwölf Zentimeter groß und leben in den Savannen Afrikas. Sie liefern Magnus – und all den anderen Schreiadlern auf ihrem Frühjahrszug Richtung Europa – die nötige Energie für den Langstreckenflug. Neben Nahrungsmangel und Windparks bedroht auch die illegale Jagd den Langstreckenzieher. In manchen Ländern Afrikas und des Nahen Ostens sind Greifvögel noch immer als Trophäe sehr beliebt.

Schreiadler hat Niedersachsen erreicht

Der Schreiadler hat Niedersachsen erreicht – zumindest das Norddeutsche Vogelmuseum in Osterholz-Scharmbeck . Seit dem 21. Oktober und noch bis ins kommende Frühjahr ist die Fotoausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung zum Schreiadler hier zu sehen. Norbert Nowka, Vogelobmann des Vereins „Freunde und Förderer der Museumsanlage Osterholz-Scharmbeck“ gelang es, die Ausstellung der Stiftung ins Norddeutsche Vogelmuseum zu holen. Neben den faszinierenden Fotos der vom Aussterben bedrohten Greifvögel wird auch ein Präparat des Schreiadlers gezeigt, das sich seit Urzeiten im Fundus des Museums befand und extra für die Eröffnung vom Präparator Andreas Vollprecht restauriert worden ist. „Früher war der Schreiadler in unseren Breiten vertreten“, berichtete Norbert Nowka bei der feierlichen Ausstellungseröffnung. „Ob er hierher zurückkommt, wage ich zu bezweifeln.“

Einen Bericht über die Ausstellungseröffnung finden Sie hier.

Die Ausstellung „Der Schreiadler im Fokus“ ist noch bis zum 1. April in der Museumsanlage Osterholz-Scharmbeck (Telefon 0 47 91 / 13 105) zu betrachten. Weitere Informationen zum Museum und die Öffnungszeiten finden Sie hier.

Best of Adler-TV 2017

Es gab Gute Zeiten, schlechte Zeiten, jede Menge Leben aber zum Glück keine Verbotene Liebe! Die Daily Soap aus dem lettischen Schreiadlerhorst ist für dieses Jahr mit einem großen Erfolg ausgelaufen: Der Schreiadler-Jungvogel, der seit Anfang Juni die Zuschauer der Webcam täglich in Atem hielt, ist ausgeflogen und wahrscheinlich bereits auf dem Weg in sein Winterquartier im südlichen Afrika. Die Webcam war Teil eines Projektes der Staatlichen Forstverwaltung in Lettland  und wurde von dem Schreiadler-Experten Ugis Bergmanis installiert und betreut.

Alles begann planmäßig: Anfang April trafen Schreiadler-Weibchen und Männchen kurz nacheinander in Lettland ein und begannen, den Horst für die neue Brutsaison zu flicken, umzubauen und mit frischen Zweigen zu schmücken.

9. April 17: Schmücken des Horstes

Weil der Mai in Lettland dann aber ebenso kalt wurde wie bei uns in Deutschland gab es eigentlich nur wenig Hoffnung, dass die Schreiadler vor einer Kameralinse von Adler-TV wirklich zur Brut schreiten würden. Doch am 5. Mai lag das erste Ei im Schreiadler-Nest. Seitdem verließ die Adlerdame das Nest nur noch sehr selten und wurde vom Männchen regelmäßig mit Nahrung versorgt und, wenn nötig, vor Feinden geschützt.

7. Mai 17: Ein ungebetener Gast 

18. Mai 17: Das Männchen füttert das brütende Weibchen 

Am 8. Juni konnten schließlich doch tolle Aufnahmen vom Schlupf des Jungvogels per livestream beobachtet werden.

8. Juni 17: Küken aus dem Ei!

8. Juni 17: Erst zwei Stunden alt

In den Wochen nach dem Schlupf wurde das Küken von seinen Eltern gehegt und gepflegt und vor allem gefüttert. Der verfressene „Halbstarke“ verschlang alles, was die Altvögel ihm servierten: Frösche und Kröten, Mäuse und Maulwürfe. Von Tag zu Tag wurde das Küken größer.

24. Juni 17: Fütterung I.

12. Juli 17: Fütterung II.

Mitte Juli gab es dann einen großen Aufreger am Schreiadler-Horst: Mit Seilen gesichert erklomm Ugis Bergmanis den Schreiadler-Horst um den Jungvogel zu Beringen. Selbstverständlich wurde dem Kleinen dabei kein Haar gekrümmt und im August war aus ihm ein strammer Nestling geworden, der seine ersten Flugversuche unternahm.

15. Juli 17: Beringung durch Ugis Bergmanis von der Lettischen Staatsforstverwaltung

Schreiadler Webcam Lettland

22. Juli 17: Fütterung  III.

Ende August kam der bereits selbstständige Jungvogel noch einmal in den mittlerweile verwaisten Horst.

27. August 17: Ein letztes Mal am Horst

Spätestens Mitte August wird sich der Jungvogel endgültig auf die Reise machen und ohne seine Eltern den langen Weg ins südliche Afrika antreten. Wenn alles klappt, erreicht er im November sein Winterquartier und kehrt dann Anfang April 2018 in seine Heimatregion in Lettland zurück. Mit etwas Glück landen seine Eltern dann wieder direkt vor der Webcam ihres Horstes und beginnen eine neue Brut.

Mehr zu dem Projekt der Lettischen Staatsforstverwaltung und ein Best of Adler-TV der vergangenen Jahre finden Sie hier.

Einer flog aus dem Schreiadler-Nest

Wochenlang wurde er von Feinden wie Rabenvögeln belagert und belästigt. Er musste Stürme und Gewitter abwettern – und vor allem musste er eins: viel fressen und schnell wachsen! Jetzt ist aus dem Küken ein prächtiger Schreiadler geworden. Umsorgt von seinen Eltern und dabei Tag für Tag von über 1.000 Menschen per Live-Schaltung aus dem Schreiadlerhorst beobachtet, hat er es geschafft: Der Jungvogel ist flügge. Er zieht immer weitere Kreise um den Adlerhorst, um in wenigen Wochen Richtung Afrika durchzustarten. Aufgrund der Flugübungen war der junge Schreiadler in den letzten Tagen nur noch sehr selten auf der Internetseite der Deutschen Wildtier Stiftung zu beobachten.

„Seit dem Schlüpfen Anfang Juni hat der Jungvogel sein Gewicht fast um das 20-Fache gesteigert“, sagt Dr. Andreas Kinser, Schreiadlerexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. Der verfressene „Halbstarke“ verschlang alles, was die Altvögel ihm serviert haben: Frösche und Kröten, Mäuse und Maulwürfe. Wie sieht die Nahrung der Küken aus? Genau um diese Frage ging es den lettischen Biologen, die die Webcam im Frühjahr an dem Schreiadlerhorst in Lettland installiert hatten. Die größte Herausforderung steht dem Jungvogel aber noch bevor: Er muss die richtige Zugroute in sein Winterquartier finden. Schreiadler sind Thermiksegler, die beim Langstreckenflug die Aufwinde über dem Land nutzen müssen. Über das offene Meer können sie nicht fliegen. Und so verläuft der Zug der Schreiadler über den Bosporus.

Doch wie finden die unerfahrenen Flieger die sichere Route? Dabei sind junge Schreiadler auf den Anschluss an erfahrene Altvögel angewiesen. Das zeigen die neuesten Ergebnisse aus einem Projekt der Deutschen Wildtier Stiftung. Zogen die Jungadler aus Deutschland allein los, wählten sie häufig die Richtung Süden und verendeten oft zwischen Italien und Afrika im Mittelmeer. Mit erfahrenen Altvögeln ziehende Jungadler flogen dagegen auf dem richtigen Zugweg nach Südosten und erreichten so den Bosporus.

Ein weiteres Phänomen wurde durch das Projekt „Jungvogelmanagement“ der Deutschen Wildtier Stiftung ebenfalls bekannt. Wenn Schreiadler als Küken aus einem Horst entnommen und per Hand aufgezogen werden, kehren sie stets in die Region zurück, in der sie gefüttert wurden und aufgewachsen sind und nicht in die Region, in der sie geschlüpft sind. Der Auswilderungsort ist zu ihrer neuen Heimat geworden. Deshalb tauchten später ursprünglich „lettische“ Schreiadler als Brutvögel in Deutschland und Polen auf.

Wenn alles klappt, erreicht der Jungvogel, der vor der Webcam groß und stark geworden ist, im November sein Winterquartier im südlichen Afrika und kehrt dann Anfang April 2018 in seine Heimatregion in Lettland zurück. Mit etwas Glück landen seine Eltern dann wieder direkt vor der Webcam ihres Horstes und beginnen eine neue Brut.

Schreiadler-Fotoausstellung in der Schorfheide

Die Schreiadler-Fotoausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung wird in den kommenden Wochen im Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin zu sehen sein. Vom 01. Juli bis zum 13. August 2017 steht die Ausstellung im historischen Speicher des Kranichdorfes Parlow, fünf Kilometer nördlich von Joachimsthal, mitten im Herzen des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin.

Ort:
Förderverein Kranichdorf Parlow e. V.
Hof 25 b
16247 Friedrichswalde / OT Parlow
Telefon 033361 649064

Öffnungszeiten:
Sa/So. 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Die Fotoausstellung zum Schreiadler richtet sich an ein breites Publikum aus Familien mit Kindern, Naturliebhabern oder auch Fachleuten aus den Bereichen Naturschutz, Forst- und Landwirtschaft. Mit 29 professionellen Schreiadler-Fotografien schildert sie das Jahr des bedrohten Greifvogels. Die Besucher begegnen ihm bei seiner Rückkehr in die Brutgebiete im April, verfolgen die Jungenaufzucht und das Phänomen des Kainismus und begleiten ihn zurück auf seinem gefahrvollen Zug ins Winterquartier im südlichen Afrika. Die Ausstellung schildert jedoch auch die Gefährdungs-Ursachen und Strategien zum Schutz der letzten bei uns brütenden Schreiadler.

Gegen Übernahme der Transportkosten ist die Fotoausstellung kostenlos bei der Deutschen Wildtier Stiftung ausleihbar. Ein ausführliches Handbuch mit den Bedingungen zur Ausleihe der Fotoausstellung zum Schreiadler finden Sie hier.

 

Adler geschlüpft!

Der lettische Schreiadler-Experte Ugis Bergmanis hat es als Erster bekanntgegeben: Heute morgen um 09.20 Uhr lettischer Ortszeit, dass heißt um 08.20 unserer Zeit, ist im lettischen Naturreservat Teiči ein Schreiadler-Küken vor laufenden Kameras geschlüpft. Und so ein bisschen Vaterstolz gehört bei Ugis sicherlich dazu, denn er hat im zeitigen Frühjahr die Kamera gegenüber von dem Adlerhorst installiert, aus dem bisher bereits die Nestbesetzung, die Verpaarung des Elternpaares und die Brut der Schreiadler live ins Internet übertragen worden ist.  Und nun der Schlupf des Adler-Kükens!

Beobachten Sie hier die Aufzucht des Schreiadler-Jungvogels in Echtzeit.

Weil der Mai in Lettland bisher ebenso kalt war wie bei uns in Deutschland, hatte Ugis Bergmanis eigentlich nur noch wenig Hoffnung, dass die Schreiadler vor einer Kameralinse von Adler-TV wirklich zur Brut schreiten würden. Doch am 05. Mai lag das erste Ei im Schreiadler-Nest. Seitdem verließ die Adlerdame das Nest nur noch sehr selten und wurde vom Männchen regelmäßig mit Nahrung versorgt. Ab heute muss das Männchen zwei Schreiadler im Nest versorgen und wenn das Küken immer hungriger wird, muss auch die Schreiadler-Dame dabei helfen.

Die in Lettland installierte webcam ist Teil eines Projektes der Staatlichen Forstverwaltung in Lettland und mit einer deutlich besseren Technik ausgestattet als in den vergangenen Jahren. Einziger Nachteil: Um den Stream störungsfrei beobachten zu können wird zukünftig eine höhere Anforderung an die Internetverbindung gestellt. Doch wenn die Technik mitspielt können die Voraussetzungen für eine spannende Brutsaison mit faszinierenden Naturerlebnissen per Mausklick kaum besser sein. Übrigens: Auf den lettischen Projektseiten berichtet Ugis Bergmanis regelmäßig vom Fortschritt der Brutsaison bei Adler-TV – allerdings ausschließlich auf lettisch.

Bei uns in Deutschland sind Schreiadler nach wie vor vom Aussterben bedroht – daher wird hier auch keine webCam in der Nähe eines der wenigen Horste installiert. Zum Rückgang des Greifvogels haben aber vor allem die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft geführt. Die Deutsche Wildtier Stiftung sucht gemeinsam mit ihren Partnern nach Lösungen, um den Greifvogelschutz in die Bewirtschaftung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen zu integrieren. Vorschläge finden Sie dafür u.a. in der  aktuellen Publikation „Schreiadler-gerechte Landnutzung“.